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Kurkuma: Natürlicher Entzündungshemmer bei Rheuma

  • Kurkuma
Kurkuma – die goldgelbe Verwandte des Ingwer ist weit mehr als nur ein Gewürz. Als Entzündungshemmer und Antioxidans hilft es nicht nur bei Rheuma.

Was ist Kurkuma?

Kurkuma (lateinisch: Curcuma longa) ist eine tropische Pflanzenart aus Südasien mit hohen schilfähnlichen Blättern. Sie gehört zur Gattung der Ingwergewächse und bildet knollenartige Wurzeln – die sogenannten Rhizome – mit fingerdicken Verzweigungen aus. Die Kurkumawurzel kann bei der Ernte bis zu 3kg wiegen. Nach der Ernte wird sie getrocknet und meist pulverisiert.

Kurkuma-Gewürz – auch indischer Safran genannt – ist für seine goldgelbe Farbe bekannt, weshalb es oft zum Färben von Speisen verwendet wird. Auch dem Curry verleiht es sein charakteristisches Aussehen. 

Kurkuma als Heilmittel

Kurkuma findet seit über 4000 Jahren in der traditionellen chinesischen Heilmedizin und dem indischen Ayurveda Anwendung. Der in Kurkuma vorhandene Wirkstoff Curcumin ist stark entzündungshemmend, antioxidativ und krebshemmend. Studien haben gezeigt, dass sein entzündungshemmendes Potenzial mindestens so hoch ist, wie das gängiger entzündungshemmender Medikamente, die auch bei Rheuma verschrieben werden. Dazu gehören Hydrokortison, Phenylbutazon, Celecoxib, Aspirin, Ibuprofen und viele mehr. Im Gegensatz zu diesen Medikamenten hat Kurkuma jedoch keinerlei Nebenwirkungen! 

Als Heilmittel ist Kurkuma sowohl präventiv als auch kurativ vielseitig einsetzbar. Es schützt die Leber und fördert deren Regeneration. Darüber hinaus kann es vor Schlaganfall und Herzinfarkt schützen, da es zusammen mit den Vitaminen B6, B12 und Folsäure den Homocysteinspiegel reguliert und die Oxidation von Cholesterin verhindert, welches die Blutgefäße schädigen und somit zu Arteriosklerose führen kann. Curcumin kann außerdem die Blut-Hirn-Schranke passieren, weshalb es zum Schutz vor neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer eingesetzt wird. Ferner wirkt Kurkuma krebshemmend. Studien haben gezeigt, dass es die Metastasenbildung bei Brustkrebs unterdrücken kann. Darüber hinaus kann es Darmpolypen zurückbilden und bei Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD Wirkung zeigen.

Kurkuma gegen Rheuma

Kurkuma bzw. Curcumin wirkt stark entzündungshemmend und antioxidativ. Es fängt freie Radikale, die Gelenkentzündungen verursachen. Daher ist es hervorragend als natürliches Heilmittel gegen Rheuma bzw. Rheumatoide Arthritis geeignet. Curcumin hemmt das Enzym Cyclooxigenase 2 (COX2) und den Botenstoff TNF-alpha. Damit vereint es die Wirkungsweisen nicht-steroidialer Antirheumatika (NSAR) wie Celecoxib (Celebrex) und der so genannten Biologika – neu entwickelte, kostenintensive Basismedikamente – in einem einzigen, natürlichen Heilmittel. Es verwundert daher nicht, dass bei vielen Rheumapatienten eine deutliche Reduktion von Schwellungen und Krankheitsaktivität bei Einnahme von Kurkuma beobachtet werden konnte.

Wie nimmt man Kurkuma ein?

Aufgrund des First-Pass-Effekts hat der in Kurkuma enthaltene Wirkstoff Curcumin eine geringe Bioverfügbarkeit. Jedoch gibt es einige Möglichkeiten, die Bioverfügbarkeit von Curcumin deutlich zu steigern.

  1. Einnahme zusammen mit schwarzem Pfeffer:
    Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die zeitgleiche Einnahme von Curcumin und Piperin, einem in schwarzem Pfeiffer vorkommenden Wirkstoff, die Bioverfügbarkeit um bis zu 2000% steigern kann. Das heißt: Kurkuma wird zusammen mit schwarzem Pfeffer 20 mal besser im menschlichen Körper aufgenommen.
  2. Einnahme zusammen mit Fett:
    Curcumin ist nicht wasserlöslich. Daher sollte es immer zusammen mit Fett eingenommen werden.
  3. Konsumieren der ganzen Knolle:
    Wie bei nahezu allen Lebensmitteln gilt auch hier: im natürlich vorkommenden Zustand hat Kurkuma die beste Bioverfügbarkeit. Neben Curcumin, das nur etwa 3-5% der Knolle ausmacht,  enthält Kurkuma nämlich noch weitere wichtige Stoffe. Dazu gehören unter anderem etwa 5% ätherische Öle. Das bedeutet: in dieser ursprünglichen Form ist das zur Aufnahme benötigte Fett schon mit dabei. Im gut sortierten Bioladen ist Kurkuma mittlerweile häufig neben Ingwer als ganze, getrocknete Knolle zu bekommen.
  4. Einnahme über den Tag verteilt:
    Da Curcumin relativ schnell vom Körper abgebaut wird, empfiehlt es sich, mehrmals am Tag Kurkuma zu sich zu nehmen.
  5. Einnahme zusammen mit Ingwer:
    Es gibt einige Berichte, die zeigen, dass die Kombination von Kurkuma und Ingwer eine Steigerung der Bioverfügbarkeit bewirken kann.

Dosierung

Den meisten Menschen ist Kurkuma nur als Gewürz bekannt. Daher wird es oft in viel zu geringen Dosen konsumiert, um seine heilende Wirkung entfalten zu können. Zu Heilzwecken empfiehlt es sich, mindestens 3-5 Gramm Kurkuma über den Tag verteilt zu sich zu nehmen. Das entspricht ca. 90-250 µG Curcumin, je nach Qualität und Bioverfügbarkeit. Da es sich bei Kurkuma um ein natürliches Heilmittel handelt, ist es allerdings fast unmöglich, es überzudosieren. Generell empfiehlt es sich, die Dosierung langsam zu steigern und auf seinen Körper zu hören.

Meine Einnahmeempfehlung

Ein guter und einfacher Weg für die tägliche Kurkuma-Zufuhr, ist es, 3 mal am Tag ein Stück Kurkumawurzel mit ein paar schwarzen Pfefferkörner zu zerkauen und zusammen mit einem Teelöffel Hanföl (oder frischem Leinöl) einige Minuten einzuspeicheln, bevor man es herunterschluckt. So wird die Bioverfügbarkeit optimiert und ein großer Teil des Wirkstoffs Curcumin kann bereits über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Wem das allerdings zu scharf oder bitter schmeckt, der kann auf hochdosierte Curcumin Kapseln zurückgreifen, die ebenfalls über den Tag verteilt eingenommen werden. Neben der Qualität des Curcumins ist hier darauf zu achten, dass den Kapseln Piperin zugesetzt ist. Außerdem sollten die Kapseln zusammen mit etwas Fett eingenommen werden.


Foto: shutterstock.com/amphaiwan

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